Botanik 

 

Heimat und  
 Verbreitung
Botanik
Wirtschaftliche  
 Bedeutung
Anbau
Verwertung

Die Banane ist eine monokotyle Pflanze. Sie gehört zur Familie der Musaceae , die in die Gattungen Ensete und Musa unterteilt wird. Die Gattung Ensete bringt keine Früchte hervor und hat daher eine geringere Bedeutung. Ich möchte sie hier daher auch nicht näher erläutern.

Die Gattung Musa zerfällt wiederum in 4 Sektionen: Emusa (2n=22), Rhodochlamys (2n=22), Australimusa (2n=22) und Callimusa (2n=20). Wirtschaftlich am wichtigsten ist die Sektion Emusa, zu der die Mehrheit der eßbaren Bananen gehört; darunter auch Musa acuminata (Genom AA) und Musa balbisiana (Genom BB), aus denen die heute kultivierten Obstbananen teils rein und teils nach Bastardisierung hervorgegangen sind. Aus spontanen Kreuzungen von Musa acuminata mit der Wildart Musa balbisiana entstanden triploide Formen mit den Genomen AAB oder ABB. In der Wildart Musa Balbisiana fehlt das Gen für Parthenokapie. Die Früchte sind nicht eßbar.

Heute angebaute Bananensorten sind gewöhnlich triploid (3n=33) mit den Genomformeln AAA, AAB oder ABB, seltener diploid (AA,AB). Vereinzelt wurden auch tetrapolide Formen festgestellt.   Linné benannte die zuckerhaltige Obstbanane als Musa sapientium und die stärkehaltige Mehlbanane als Musa paradisiaca. Inzwischen ist geklärt, daß beide Arten triploide Kreuzungsprodukte der genannten Wildarten sind, so daß die von Linné gegebenen Namen wissenschaftlich nicht haltbar sind. Auch die Zwergbanane, die bisher als Musa cavendishii bezeichnet wurde, stammt vermutlich von Musa acuminata ab. Auf Grund der ausgeprägten Hybridisation wird für die Kulturbananen heute die Bezeichnung Musa x paradisiaca verwendet. Von SIMMONDS (1966) wurde eine Genom-Nomenklatur vorgeschlagen, in der der Klon und die Genomgruppe der Gattung zugeordnet werden, z.B. 'Dwarf Cavendish'.

Außerdem enthält aber auch die Sektion Australimusa einige Arten mit eßbaren Früchten. Sie bringt die Fehibananen hervor, die an 5-6 m hohen Stauden wachsen. Sie haben größere und festere Blätter als die Obstbananen. Ihre Schale ist gelb oder orange, das Fruchtfleisch hellgelb und sehr fest. Die Früchte werden nur in gekochtem Zustand verzehrt.  Auch Musa textilis Née (zur Fasergewinnung geeignete Pflanze) wird der Sektion Australimusa zugeordnet.

  Handelssorten

Obstbananen der Gros-Michel Gruppe

Bis in die 50er Jahre war Gros-Michel (großer Michel), auch Jamaika-Banane genannt, die wichtigste Handelssorte für den Export von Lateinamerika nach Europa und Nordamerika. Ihre Handelsvorteile lagen in der festen, dicken Schale, der besonderen Fruchtlänge und der guten Qualität. Aber ihre Anfälligkeit für Windbruch und für die Panamakrankheit verdrängte sie aus dem Anbau. In den 60er Jahren wurde sie fast vollständig durch Cavendish-Sorten ersetzt.

Lady's Finger ist eine hauptsächlich in Ozeanien verbreitete Mutante von Gros-Michel. Sie ist wegen ihrer Dünnschaligkeit aber ungeeignet für den Transport.

Eine andere Mutante von Gros-Michel ist die Apfelbanane, die in der Literatur auch als Musa sapientum var. cubensis oder Babybanane bezeichnet wird. Sie ist besonders wohlschmeckend, aber auch dünnschalig. Ihre Staude ist kleiner als die anderer Obstbananen und die Finger sind dünner und kürzer.

Obstbananen der Cavendish Gruppe

In den 60er Jahren ist die Cavendish Gruppe zur absoluten Hauptsorte geworden. Die Stauden sind kleiner als die von Gros-Michel, was eine Ernteerleichterung und eine geringere Windempfindlichkeit zur Folge hat. Ihr Hauptvorteil liegt aber in ihrer Resistenz gegenüber der Panamakrankheit. Die einzelnen Sorten der Cavendish-Gruppe unterscheiden sich vor allem in der Staudengröße.

Dwarf Cavendish: Diese Sorte ist die kleinste (Staudengröße 1,50 - 1,80 m) der Cavendish-Gruppe. Sie ist am unempfindlichsten gegenüber Klimaeinflüssen und kann daher als einzige Banane auch außerhalb der Tropen kultiviert werden. Ihre Früchte sind etwas kleiner und besitzen ein feineres Aroma als andere Cavendish-Sorten. Ihre Dünnschaligkeit macht sie allerdings transportempfindlich. Sie bildet die Grundlage des Bananenhandels auf den Kanarischen Inseln, auf Madeira, in Brasilien, in Israel und Südafrika.

Giant-Cavendish : Sie ist mit einer Staudenhöhe von 2,00 - 2,50 m nur wenig größer als die Dwarf Cavendish und ist die am häufigsten angebaute Sorte. Die Mutante Robusta hat in der Karibik, in Zentral- und Südamerika, in Westindien und in Afrika die führende Rolle der Gros-Michel übernommen. Ihr relativ kleiner Wuchs macht sie weniger anfällig gegen Windbruch.

Die Lacatangruppe ist die höchste Sortengruppe (3-5 m) und sehr widerstandsfähig.

Grande Naine (franz.: große Zwergin) liegt in der Größe zwischen Dwarf Cavendish und Giant Cavendish . Sie ist kleinwüchsig und damit relativ windresistent, hat aber große Früchte. In Lateinamerika ist sie heute die wichtigste Exportsorte.

Kochbananen

Kochbananen sind Kreuzungen aus Obstbananen und samenhaltigen Bananen. Sie haben sehr lange, dicke Früchte mit unterschiedlichen Fruchtformen und unterschiedlichen Schalenfarben (grün bis rot).

Die Stärke wird während der Reife nicht wie bei den Obstbananen in Zucker umgewandelt. Daher sind sie für den Rohverzehr ungeeignet.

       Apfelbanane

Morphologisch ist die Banane kein Baum, sondern eine 5-9 m hohe Staude. Es ist eine krautartige, ausdauernde Pflanze, mit einem knolligen, unterirdischen Wurzelstock (Rhizom), in dem in erheblichem Umfang Nährstoffe eingelagert sind. Bei den Bananen fehlt, wie bei allen monokotylen (einkeimblättrigen) Pflanzen die Hauptwurzel. Dafür bilden sich am Rhizom zahlreiche Adventivwurzeln, die etwa 75 cm in die Tiefe reichen, sich aber überwiegend in der oberen Bodenschicht ausbreiten. Aus dem Rhizom entspringen die hohen stattlichen Blätter. Die Blattscheiden sind ineinandergefaltet und formen den zylindrischen hohlen Scheinstamm, an dessen Oberende die linearischen Blattspreiten schopfartig abstehen.

Die gelblichgrün bis dunkelgrün gefärbten Blattspreiten besitzen eine kräftige Mittelrippe und erreichen eine Länge von bis zu 4 m und eine Breite von 60 - 100 cm. Die Blätter sind ursprünglich ungeteilt, werden aber durch den Wind oft bis zur Mitte, parallel zu den Seitennerven, fiedrig zerrissen, wobei ihre Funktionstüchtigkeit jedoch nicht eingeschränkt wird, sondern nur die Angriffsfläche für Wind und Regen verringert wird.

Wenn 30 - 40 Blätter gebildet worden sind - nach etwa 7 bis 8 Monaten - und genug Reservestoffe in das Rhizom eingelagert sind, entwickelt sich aus der Terminalknospe des Schößlings der Blütenstand. Der Blütenstand wächst im Inneren des Scheinstammes herauf, nimmt nach dem Heraustreten eine bogig herabhängende Haltung ein und wird über einen Meter lang.

Dem Aufbau nach ist der Blütenstand der Banane eine Ähre. Er besteht aus einer langen Achse mit zahlreichen, spiralförmig angeordneten, rotvioletten Hüllblättern (Brakteen ), in deren Achseln sich die Blüten in Gruppen entwickeln. Die Geschlechtsverteilung innerhalb des Blütenstandes ist in Zonen aufgeteilt. Die ersten zehn bis zwölf Tragblätter an der Basis des Blütenstandes bringen weibliche Blüten hervor, die jeweils zu 14 bis 18 in doppelten Querreihen angeordnet sind. Den weiblichen Blüten folgen zunächst Tragblätter mit zwittrigen Blüten, die reich an Nektar sind, sich aber nicht weiterentwickeln, dann solche mit männlichen Blüten, die je fünf Staubgefäße besitzen. Zwittrige Blüten sind aber nicht bei allen Sorten vorhanden.

Da die männlichen Blüten nach den weiblichen blühen, ist die Selbstbefruchtung innerhalb eines Blütenstandes nicht möglich. Die meisten der angebauten Bananensorten, insbesondere die triploiden, bilden keine funktionstüchtigen Pollen aus. Die Früchte entwickeln sich ohne Befruchtung aus dem Fruchtknoten (Parthenokarpie) und bleiben damit samenlos. Die Wildarten bringen nach der Bestäubung durch Fledermäuse relativ kleine, samenreiche Früchte hervor.

Aus den Fruchtknoten der in doppelten Querreihen angeordneten weiblichen Blüten entwickeln sich die fünfkantigen Früchte, die wegen ihrer langgestreckten Form auch als "Finger" bezeichnet werden. Ein Fruchtstand umfaßt 5 bis 20 "Hände" mit je 10 bis 15 "Fingern". 5-7 Finger bilden einen "Cluster", wie er bei uns auf dem Markt erscheint. Die Gesamtheit der "Hände" wird als Büschel bezeichnet.

 

1 Banane =         1 Finger

5-7 Finger =       1 Cluster

10-15 Finger =   1 Hand

5-20 Hände =    1 Büschel

       

Entgegen dem sich nach unten neigenden Blütenstand, biegen sich die einzelnen Früchte unter Einfluß eines Wachstumshormons nach oben. Sie wachsen also entgegen der Schwerkraft. Dieses Phänomen nennt man <negativen Geotropismus>.

Botanisch sind Bananenfrüchte dreifächrige, längliche Beeren, deren fleischiges Innengewebe als Pulpa bezeichnet wird. Die leicht gebogenen Früchte erreichen je nach Sorte eine Länge von bis zu 20 cm, einen Durchmesser bis 4 cm und ein Gewicht von 100 - 120 g . Ihre Schale - aus Blütenbodengewebe und Exokarp gebildet -  ist 1 bis 8 mm stark und von vielen Faserbündeln durchzogen.  Bis zur Reife benötigen die Früchte drei bis fünf Monate. Unreife Früchte sind zunächst reich an Stärke, die sich mit zunehmender Reife in Frucht-, Trauben- und Rohrzucker umwandelt. Gleichzeitig bilden sich aber auch Säuren, die die Süße der Bananen regulieren.

In allen Pflanzenteilen befinden sich latexführende Gefäße. Durch Verletzungen der Schale kann Latex austreten und oxidieren, wodurch die Fruchtschalen unansehnliche braune Flecken erhalten.

Nach der Fruchtreife sterben alle oberirdischen Teile der Bananenstaude ab. Die Erneuerung erfolgt aus dem Rhizom.

 

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