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Klima und Boden
Klima: "Die Hauptanbaugebiete der Bananen
liegen im humiden Bereich der Tropen bis 500 m Höhenlage zwischen 20°
nördlicher und 20° südlicher Breite."
In diesem feuchtwarmen Klima gedeihen
die Bananen am besten. Eine Verschiebung in höhere Lagen verlängert die Wachstumsphase
beträchtlich - etwa um einen Monat pro 100 m Höhe. Die Niederschläge
sollten 2000 mm pro Jahr betragen und so verteilt sein, daß pro Woche
mindestens 25 - 50 mm Niederschlag zu verzeichnen sind. Sind geringere
Niederschläge verzeichnet, muß künstlich bewässert werden. Die Temperaturen
sollten nicht unter 20°C und nicht über 40°C liegen. Bei einer Temperatur
unter 12°C erleiden die Früchte einen Kälteschaden. In den Subtropen führen
kalte Winter zu reduzierter vegetativer Entwicklung. Die Folge sind
herabgesetzte Blattgrößen, kleinere Fruchtstände und damit Ertragseinbußen.
Zur optimalen und raschen Entwicklung ist auch volles Sonnenlicht
erforderlich. Hohe Windgeschwindigkeiten können große Schäden durch
Umknicken oder Entwurzeln der Scheinstämme verursachen. Die Plantagen
sollten deshalb so windgeschützt wie möglich liegen.
Boden: Die Banane stellt sehr hohe Ansprüche an den
Boden. Der Boden sollte gute physikalische und chemische Eigenschaften
besitzen, weil die Wurzeln Hindernissen im Boden nicht ausweichen und sie
auch nicht durchstoßen können. Er sollte locker, tiefgründig, gut
durchlüftet und in den oberen 20 cm reich an organischem Material (Mulch)
sein. Der Boden darf außerdem keine nässestauenden Eigenschaften haben (bei
stehendem Wasser treten sehr schnell Schäden auf) und Salz nur in geringen
Mengen enthalten. Am besten geeignet sind sandige Lehmböden.
Von geringerer Bedeutung ist dagegen
der pH-Wert. Er kann zwischen 4,5 und 8 liegen. Der optimale Bereich liegt
jedoch zwischen 5 und 7.
Vermehrung und Anzucht
Die Banane wird vegetativ vermehrt.
Als Pflanzmaterial dienen Schößlinge und das Rhizom. Schößlinge, die sechs
bis acht Monate alt sind und kurz vor der Infloreszenzbildung stehen,
werden "maiden suckers" genannt. Sie werden vom Mutterrhizom
abgeschlagen und auf ca. 30 cm geköpft, so daß die Infloreszenzanlagen
abgeschnitten werden. Sie bewurzeln sich bald und erzeugen neue Schößlinge,
von denen man den stärksten wachsen läßt. Derartiges Pflanzmaterial
zeichnet sich durch sehr hohe Wuchsfreudigkeit aus, da mit beginnender
Entwicklung des Blütenstandes die Nährstoffeinlagerung im Rhizom
außerordentlich hoch ist. Auch jüngere Schößlinge finden als Pflanzmaterial
Verwendung. Hier unterscheidet man zwischen den "sword suckers",
deren schmale Blätter noch nicht entfaltet sind, und den gerade erst an der
Oberfläche sichtbar werdenden "peepers ". Bei
den "sword suckers" müssen vor dem Verpflanzen nur die
Blätter entfernt werden. Die sehr jungen Schößlinge ("peepers")
werden seltener eingesetzt, da sie nur sehr langsam wachsen. Die Schößlinge
müssen sehr sorgfältig von der Mutterpflanze abgetrennt werden, damit keine
Beschädigungen auftreten. Bei der Verwendung ganzer Rhizome wird der
Wurzelstock von abgeernteten Pflanzen ausgegraben und von allen Wurzeln
befreit. Anschließend werden die Augen auf zwei bis drei verringert. Man
kann ein Rhizom aber auch in mehrere kleine Segmente, mit jeweils einem
Auge, unterteilen, um mehr Pflanzmaterial zu erhalten. Es hat sich als
vorteilhaft herausgestellt, nur Pflanzmaterial aus jungen Anlagen zu
gewinnen, da diese Pflanzen weniger mit Krankheitserregern und Schädlingen
verseucht sind.
Anbaumethoden
Für den Anbau von Bananen werden
entweder Neuland, alte Bananenanbauflächen oder bisher anderweitig
landwirtschaftlich genutztes Land verwendet. Bei dem Anbau auf alten
Bananenbeständen sollten die alten Pflanzen in den Boden eingepflügt und
der Wiederaustrieb dieser Pflanzen durch chemische Mittel verhindert
werden. Bei dem Anbau auf bisher anderweitig genutzten Flächen sollte der
Boden tief gelockert werden.
In den Tropen ist der günstigste
Pflanztermin zu Beginn der Regenzeit. In Gebieten mit einer ausgeglichenen
Verteilung der Niederschläge kann zu jeder Zeit gepflanzt werden. In den
Subtropen muß aber bei der Neuanlage von Bananenplantagen darauf geachtet
werden, daß die Entwicklung des Blütenstandes in die Sommermonate fällt.
Die Größe der Pflanzlöcher richtet
sich nach den Bodenverhältnissen. Pflanzlöcher entsprechend der Größe des
Pflanzgutes reichen aus, wenn der Boden eine gute Struktur aufweist. Bei
schlechteren physikalischen Bodenverhältnissen sollten die Pflanzlöcher
etwa eine Größe von 100 x 100 x 100 cm aufweisen.
Eine optimale Flächennutzung wird mit
dem Dreiecksverband (hexagonales Pflanzsystem) erreicht.
Im ersten Jahr können einjährige
Kulturen, wie z.B. Maniok, Bohnen, Mais und Gemüse, zwischen die
Bananenpflanzen gesetzt werden; auf diese Weise wird auch die Monokultur
unterbrochen. Bananen eignen sich auch als Schattenspender für
Dauerkulturen, wie Kaffee oder Kakao.
Da die Banane sehr empfindlich auf
Wassermangel reagiert, ist in vielen Gebieten eine zusätzlich Bewässerung
der Plantagen unumgänglich.
Düngung und Pflege
Düngung : Bananenpflanzen haben aufgrund ihrer hohen
Produktion von Biomasse einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Die Höhe des
Nährstoffbedarfes und die Reaktion auf die Nährstoffzufuhr müssen jedoch
individuell von den Standortverhältnisse und den Wachstums- und
Entwicklungsstadien der Pflanzen bestimmt werden. Die erste Nährstoffzufuhr
sollte schon zum Zeitpunkt des Pflanzens vorgenommen werden.
Außerordentlich hoch ist der Bedarf an Kalium. Kaliummangel äußert sich im
Verfärben und Absterben der älteren Blätter. Nach Kalium ist Stickstoff der
wichtigste Nährstoff für Bananen. Oft ist auch eine Phosphorzugabe
vonnöten.
Das Ausstreuen und Einarbeiten des
Düngers sollte bei Jungpflanzen jeweils in einem Umkreis bis zu 1m um die
Pflanze herum durchgeführt werden. Die direkte Berührung der Bananenpflanze
mit Mineraldünger sollte vermieden werden. Erst wenn das Wurzelsystem voll
entwickelt ist, kann eine Flächendüngung erfolgen.
Pflege : Zu den Pflegemaßnahmen gehören
Unkrautbekämpfung, Bodenbearbeitung, Regulierung der Schößlingsbildung,
Entfernen abgestorbener Blätter und kranker Pflanzenteile und das Abstützen
fruchttragender Pflanzen. Neben diesen Maßnahmen sind nach dem Erscheinen
der Blüte und während der Fruchtentwicklung spezielle Maßnahmen zur
Qualitätsverbesserung nötig. Das Fruchtbüschel wird zum Schutz gegen
Schädlinge in perforierte Polyethylenfolie gehüllt. Dies hat auch den
Vorteil, daß durch gleichmäßige Temperaturen die Fruchtentwicklung gefördert
und die Reibung der Früchte mit den Blättern vermindert wird. Diese
Plastikbeutel werden wöchentlich mit andersfarbigen Bändern verschnürt, um
das Alter der Bündel zur Ernte exakt bestimmen zu können. In Neuanlagen
sollte die Oberfläche durch Mulch oder Leguminosen geschützt werden. Dies
ist jedoch nur in den ersten Monaten vonnöten, da die Bananen sehr schnell
wachsen und den Boden so sehr beschatten, daß jegliche Unkräuter
zurückgedrängt werden.
Außerdem ist eine Regulierung der
Schößlingsanzahl nötig, da sich ansonsten eine Vielzahl von Tochterpflanzen
um das Mutter-Rhizom ansammeln würden.
Der Schößlingsschnitt ist alle 6 bis
8 Wochen erforderlich.
Bei guten Pflegearbeiten kann eine
Bananenpflanzung bis zu 20 Jahren und darüber hinaus genutzt werden.
Schädlinge und Krankheitserreger
"Im Weltmaßstab werden die bei
Obstbananen auftretenden Verluste durch Schädlinge, Unkräuter und
Krankheitserreger auf 32% des Ernteertrages geschätzt."
Die Verbreitung der Krankheitserreger
und der Schädlinge ist je nach Anbaugebiet verschieden.
Am weitesten verbreitet sind
folgende Krankheitserreger und Schädlinge:
Die Panamakrankheit wird durch
den Pilz Fusarium oxysporum hervorgerufen. Der Pilz befällt den
Wurzelstock der Staude, verstopft die Leitungsbahnen und scheidet ein
Welktoxin aus. Dadurch werden die Blätter gelb, trocknen aus, der
Scheinstamm zeigt Risse und die Früchte bleiben anormal klein. Da durch
diese Krankheit der Boden verseucht wird, kann sie nur durch einen
regelmäßigen Fruchtwechsel oder die Verwendung resistenter Sorten (z.B.
Cavendish) bekämpft werden.
Die Bakterienwelke (Moko) wird
durch das Bakterium Pseudomonas solanacearum hervorgerufen und kann
Stamm und Früchte befallen. An den Früchten äußert sich Moko in einer
braunen Trockenfäule. Bekämpfung ist nur durch die Rodung der befallenen
Pflanzen möglich.
Die Sigatokakrankheit wird
durch die pilzlichen Krankheitserreger Mycosphaerella musicola bzw. Cercospora
musae ausgelöst. Die fleckigen Blätter vergilben und sterben ab. Mit
zunehmender Zerstörung der Blätter tritt eine Assimilationshemmung ein,
wodurch sich die Fruchtbüschel nicht vollständig füllen, die Finger klein
bleiben ,eine vorzeitige Reife einsetzt und die Früchte einen anormalen
Geruch und Geschmack bekommen. Die Bekämpfung erfolgt durch
Fungizidbehandlung.
Bei Wurzelnematodenbefal l
verlieren die Pflanzen an Standfestigkeit und die Ausbildung der
Blütenstände bleibt aus. Handelt es sich um einen Befall durch Radopholus
similis, den Bananennematoden oder Rotylenchulus reniformis
verfault die Pflanze. Bei einer großräumigen Nematodenverseuchung sind
Quarantänemaßnahmen erforderlich, um eine weitere Verbreitung einzudämmen.
Die Bunchy-top-Virose wird
durch die Bananenblattlaus Pentalonia nigronervosa übertragen. Diese
Viruserkrankung äußert sich in einem gestauchten Wuchs der Pflanze, starr
aufrecht gestellten Blättern und Flecken an den Blatträndern.
Ernte
In den meisten Ländern, in denen
Bananen angebaut werden, stehen das ganze Jahr über reife Früchte zur
Verfügung. Begrenzte Erntezeiten gibt es nur in den Subtropen.
Eine Bananenplantage kann nie auf
einmal abgeerntet werden, vielmehr müssen die Bananenbüschel an den
einzelnen Standorten sorgfältig auf die Erntereife überprüft werden.
Bananen haben keine Saison. Besonders intensiv ist aber die Bananenernte in
den Monaten Oktober bis Dezember und Februar \ März.
Alle Bananen schneidet man aus
geschmacklichen Gründen grün. An der Staude gereifte Früchte sind nicht
genießbar, sie tendieren dazu aufzuplatzen und mehlig, anstatt süß zu
werden. Auch für den lokalen Verzehr werden die Bananen daher grün geerntet
und nachgereift.
Der Schnittzeitpunkt wird nach der
Entfernung zum Absatzmarkt bestimmt. In der Regel wird in dreiviertel
ausgewachsenem Zustand geschnitten, d.h. wenn die Bananen fast ihre volle
Dicke erreicht haben, aber noch grün sind. Der Schnittzeitpunkt wird auch
durch das Aussehen des Fruchtquerschnitts bestimmt, der bei einer
dreiviertel ausgewachsenen Frucht noch etwas kantiger ist, als bei einer
voll ausgewachsenen.
Bananen werden von Hand geerntet,
indem die Staude umgehauen und anschließend die Büschel mit einer Machete
sorgfältig vom Stiel getrennt werden. Stämme und Blätter werden grob
zerkleinert und zur Düngung in der Plantage liegen gelassen.
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